Restaurierung der Monstranz der Pfarrei St. Josef Reinhausen aus dem Jahr 1908
Der Kunsthistoriker und Antiquitätenhändler Dr. Wolfgang Baumann fragte beim Bürgerverein „Roahausen“ an, ob wir ihm für einen Beitrag über die Fürstin Margarete von Thurn und Taxis, von der Pfarrei Reinhausen Fotos und Unterlagen von der Monstranz aus dem Jahr 1908 besorgen könnten. Er ging davon aus, dass die Fürstin die Stifterin der Monstranz sei. Beim ersten Gespräch mit Herrn Baumann hat der Schriftführer des Bürgervereins, Albert Galli, darüber informiert, dass die Fürstin nicht die Stifterin ist.
Mit Genehmigung von Herrn Pfarrer Josef Eichinger wurden Fotos gemacht und dabei festgestellt, dass der linke Anhänger der Monstranz falsch angeordnet und nur provisorisch mit einem einfachen Draht befestigt war. Im Pfarrarchiv wurde ermittelt, dass die Monstranz von Fräulein Johanna Schneider, Schwester des königl. Lyzeumsprofessors Dr. Friedrich Schneider, der auch den Kirchenbau St. Josef in Reinhausen unterstützt hatte, gestiftet wurde. Der Entwurf der Monstranz stammt von Bernhard Wenig, Kunstmaler in München, gefertigt wurde sie von Joseph Götz, kirchliche Kunstanstalt Regensburg. In die Monstranz wurden persönliche Schmuckstücke – Brosche und Ohrringe – der Stifterin eingearbeitet.
Bei Übergabe der Fotos und des Archivmaterials wurde mit Dr. Baumann auch über die festgestellte Beschädigung der Monstranz gesprochen. Baumann empfahl eine fachmännische Reparatur sowie eine Generalreinigung und schlug die Firma „Juwelier Pleyer, Neupfarrplatz Nr. 5“ vor. Der Mitinhaber dieser Firma, Alfred Koppenwallner, stammt aus Reinhausen und ist einigen Vorstandsmitgliedern des Vereins bekannt.
Die Vorstandschaft hat sich dafür ausgesprochen, dass die Monstranz von der Firma Pleyer restauriert werden soll. Der Bürgerverein „Roahausen“ übernimmt die Kosten. Schriftführer Albert Galli besprach das Thema mit Herrn Pfarrer Josef Eichinger, der diese Initiative sehr begrüßte.
Am 04. Oktober 2017 besichtigte Alfred Koppenwallner die Monstranz in der Sakristei St. Josef und ermittelte die vorliegenden Schäden:
Der linke Anhänger war beschädigt und falsch angebracht.
Drei Granatsteine und ein Goldkügelchen fehlten.
Eine Reinigung mit schonender Lösung war erforderlich.
Die Arbeiten wurden in Auftrag gegeben. Der finanzielle Gesamtaufwand für den Bürgerverein belief sich auf 252,65 €.
Nun strahlt die Monstranz wieder in vollem Glanz und wird alljährlich bei der Fronleichnamsprozession mitgetragen.
Quelle: Archiv Bürgerverein „Roahausen“


